Die Historie der FBG Lahr Seelbach

Historie der FBG Lahr

1985:

Am 7. Februar 1985 gründeten 22 Reichenbacher,  Kuhbacher und Sulzer Waldbesitzer, ferner die Stadt Lahr  die FBG Lahr mit Sitz in Reichenbach. Die Gesamtfläche betrug 1590 Hektar,  davon Privatwald  250 Hektar und die Stadt Lahr 1340 Hektar. Dies erfolgte auf Initiative des Staatlichen Forstamtes Lahr, vertreten durch Herrn Oberforstrat Rolf Gillardon und Forstamtsrat Anton Frank, sowie dem Land –und Forstwirt Karl Beck, Gereut 10 in Reichenbach im Rahmen einer Waldbesitzerversammlung im Gasthaus Poche.

Neunzehn stimmberechtigte  Mitglieder wählten die neue Vorstandschaft:
1. Vorsitzender Karl Beck, Reichenbach
2. Vorsitzender Emil Schmieder, Reichenbach
Kassenwart Karl Höfle, Reichenbach
Beisitzer Alfons Weber, Sulz
Beisitzer Franz Schmieder, Kuhbach
Beisitzer Gottfried Walter, Ortsvorsteher Mietersheim ( mit Wirkung nach Eintritt der Stadt Lahr)

Zum Geschäftsführer wurde Michael Heid, Forstrevierleiter der Stadt Lahr und des Privatwaldes von Lahr bestellt.

fbg lahr gruendung
Bild und Pressebericht von der Gründung im Jahre 1985. (PDF-Dokument).

Nach Erledigung aller Pflichtaufgaben kam mit Wirkung vom 29.8.1985 die Anerkennung –und Verleihungsurkunde als Forstwirtschaftlicher Zusammenschluss i.S. des Gesetzes zur Erhaltung und zur Förderung der Forstwirtschaft (Wirtschaftlicher Verein).

Neben der Vermarktung des Industrieholzes der Mitglieder stand auch die Beschaffung von Geräten auf der Tagesordnung. So wurden 1986 mit Fördermittel der Forstdirektion 2 Baumvelos zur Wertastung, ein Planierschild für die Wegunterhaltung und eine Spaltmaschine für die Brennholzaufbereitung beschafft.

1995:

Am 20 .1 1995 feierte die mittlerweile auf 52 Mitglieder angewachsen FBG ihr 10 jähriges Jubiläum im Gasthaus Poche. Mit einem Gesamtumsatz von 16600 Fm in 10 Jahren war der Mengenumsatz  im Vergleich zu heute eher bescheiden. Dies wurde alles in eigenen Verträgen mit den verschiedenen Firmen vollzogen.

Zukunftsorientierende Veränderungen wurden nach und nach beschlossen: 1996 Betritt zur FBG Mittlerer Schwarzwald, einem Verbund von 26 Forstbetriebsgemeinschaften und sehr guten Marktkontakten, heute die Forstwirtschaftliche Vereinigung Schwarzwald eG. Ferner wurde die Satzung geändert, der Verkauf von Holz aller Art, auch über Dritte und der gemeinschaftliche Wegebau wurden nun zur FBG –Aufgabe. Ergebnis dieser  Veränderung war mit Abschluss des Wirtschaftsjahres 1999 ein Anstieg der Mitgliederzahlen auf 59, einem Jahresumsatz von 6000 Festmeter bei 609000 DM Einahmen. Veränderungen gab es auch bei der Betreuung des Privatwaldes von Lahr, nach Michael Heid von der Stadt Lahr folgten die Forstrevierleiter des Landes mit Elmar Bantle, dann Christoph Kurzbach und bis zum heutigen Tag Hans-Jörg Fries vom Kreisforstrevier Seelbach.

1999:

Am 26. 12.1999 fegte Orkan Lothar auch über das vordere Schuttertal, mit der Folge, dass im Bereich der FBG fast 130000 Festmeter Holz dem Naturereignis zum Opfer fielen. Für die betroffenen Waldbesitzer eine Katastrophe. In Zusammenarbeit mit der Nachbarforstbetriebsgemeinschaft aus Seelbach organisierten die damaligen Vorsitzenden Karl Beck und Konrad Räpple zahlreiche Abstimmungsgespräche unter den Vorstandschaften und Forstrevierleitern. Konzepte wurden entwickelt, wie man der Situation Herr werden konnte: Aufarbeitung von nur so viel Holz, wie vermarktet und versorgt  werden konnte, Einbehalt eines Solidarabschlages von 30 DM je Festmeter beim verkauften Holz zur Finanzierung von Nasslagern und Holztransporten. Auch die enge Zusammenarbeit mit dem staatlichen Forstamt Lahr bei der Nasslageraufstellung, Fördermittelbeschaffung und Unternehmerplanung half allen Waldbesitzern enorm. Die mittlerweile 1999 gegründete Forstwirtschaftliche Vereinigung Mittlerer Schwarzwald, Nachfolgeorganisation der FBG Mittlerer Schwarzwald, wickelte in diesen schweren Zeiten große  zentrale Holzverkaufsverträge für die FBGen ab. Im August 2004 konnte die Räumung der Nasslager gefeiert werden, nach und nach erholten sich die Waldbesitzer vom „ Lotharschock“. Die FBG Lahr hatte jetzt einen Mitgliederstand von 70 Privatwaldbesitzern mit 457,50 Hektar und der Stadt Lahr mit 1338,70 Hektar, somit Gesamtfläche 1796,20 Hektar.

 

Historie der FBG Seelbach

1969:

Die Geschichte der FBG Seelbach beginnt mit der Gründung des Holzverkaufsvereins Seelbach -Schönberg - Prinzbach - Wittelbach am 27.07.1969 in Zusammenarbeit mit dem staatlichen Forstamt Lahr. 21 Seelbacher und 17 Prinzbacher Waldbesitzer mit einer Waldfläche von 951 ha schlossen sich zusammen.

Zweck war in erster Linie die gemeinsame Industrieholzvermarktung.

Die ersten Vorstandsmitglieder waren:

1. Vorsitzender: Konrad Räpple, Seelbach
1. Stellvertreter: Walter Welle, Seelbach
2. Stellvertreter: Mathias Dorner, Prinzbach
Schriftführer: Alois Dörrer, Prinzbach, Forstrevierleiter
Stv. Schriftführer: Bernhard Heid, Seelbach, Forstrevierleiter

Noch im selben Jahr trat die Evangelische Stiftung Pflege Schönau der FBG bei. Die FBG-Fläche erhöhte sich somit auf 1647 ha.

1975:

Bedingt durch die Forstreform im Jahr 1975 mussten die 23 Prinzbacher Mitglieder die FBG verlassen, da ihre Waldflächen dem Forstamt Zell zugeteilt wurden.

Im gleichen Jahr mit Wirkung vom 10.07.1975 wurde der ehemalige Holzverkaufsverein zum anerkannten Forstwirtschaftlichen Zusammenschluss, der Forstbetriebsgemeinschaft Seelbach (wirtschaftlicher Verein).
Im Vordergrund stand, wie bisher die Vermarktung des Industrieholzes sowie die Beschaffung von Maschinen für den Einsatz im Wald. Hinzu kam die Abwicklung von Fördermaßnahmen für Waldbesitzer.

Ein neuer Vorstand musste gewählt werden.

1. Vorsitzender: Konrad Räpple, Seelbach
1. Stellvertreter: Walter Welle, Seelbach
2. Stellvertreter: Alfred Gerhardt, Forstrevierleiter Evang. Stiftung Pflege Schönau
Geschäftsführer: Bernhard Heid, Seelbach, Staatl. Forstrevierleiter Seelbach
Stv. Geschäftsführer: Bruno Edte, Seelbach, Privatforstrevierleiter Fürst von der Leyen

In den folgenden Jahren kamen als Beisitzer Bürgermeister Dilger (Seelbach), sowie Ortsvorsteher Franz Griesbaum ( Wittelbach) bei den turnusgemäßen Neuwahlen hinzu.

1982:

Infolge des verheerenden Eisbruchs 1982 musste die FBG kurzfristig 10.000 Fm Industrieholz zusätzlich vermarkten, was erfolgreich gelang.

1989 schied Bernhard Heid aus dem Forstrevierdienst aus und übergab nach 20 Jahren die Geschäftsführung an Josef Vögele, einen pensionierten Forstbeamten aus Seelbach.

1994:

In diese Zeit fiel 1994 das 25 jährige Bestehen der FBG. Im Jubiläumsjahr konnte auf eine sehr positive Bilanz zurückgeblickt werden. Insgesamt wurden in 25 Jahren 91.000 Fm vermarktet, diverse Geräte und Maschinen beschafft sowie ca. 470.000 DM an Fördermitteln für die FBG abgerufen. Zunehmend wurde nun auch Stammholz über die FBG vermarktet. Anlässlich des Jubiläums wurden 2 verdiente „Gründungsväter“ geehrt. Konrad Räpple (1.Vorsitzender) und Walter Welle waren seit der Gründung 1969 in ihren Funktionen mit großem Einsatz tätig.

Im Jahr 1992 war die Mitgliederzahl auf 90 Mitglieder mit 2454 ha Wald angewachsen.
Ein wichtiger Meilenstein für die Waldbesitzer im Jahr 1992 war der Beitritt zur damaligen FBG Mittlerer Schwarzwald (FMS), heute Forstwirtschaftliche Vereinigung Schwarzwald eG. Durch die Holzvermarktung gemeinsam mit anderen FBG´s über Rahmenvereinbarungen konnten und können bis zum heutigen Tage mehr Kunden erreicht, der Absatz gesichert und bessere Preise erzielt werden.

1998:

1998 übernahm der für Seelbach zuständige Revierleiter Hans-Jörg Fries nach 9 Jahren das Amt des Geschäftsführers von Josef Vögele.

Der Sturm Lothar stellte die FBG vor eine riesige Herausforderung.
In enger Zusammenarbeit und Absprache mit der benachbarten FBG Lahr wurde die Bewältigung der Orkanschäden (ca. 60.000 Fm) angegangen.
Unmittelbar nach dem Sturmereignis beschlossen die Mitglieder der FBG ein FBG-eigenes Nasslager einzurichten. Dank der Unterstützung durch die Gemeinde Seelbach, sowie Fördergeldern konnten die notwendigen Investitionen rasch getätigt werden und bereits im Frühjahr 2000 konnte das erste Holz eingelagert werden. Insgesamt wurden rd. 14.000 Fm im Nasslager in Seelbach untergebracht. Für sofort vermarktetes Holz wurde ein Solidarbeitrag von 30 DM/Fm einbehalten. Damit konnten die laufenden Kosten bestritten werden.
Nachdem 2004 das letzte Holz ausgelagert war, wurde an alle Geschädigten der gleiche Erlös pro Fm ausbezahlt. Alle Waldbesitzer bildeten eine beispielhafte Solidargemeinschaft.

Vor allem die gute Zusammenarbeit mit der FBG-Lahr, sowie die Forstreform 2005 bei der der damalige Geschäftsführer Hans-Jörg Fries als Revierleiter auch den Privatwald Lahr übernahm legten den Zusammenschluss der beiden Forstbetriebsgemeinschaften nahe.
Im März 2008 wurde er vollzogen.

Mit dem Zusammenschluss ging auch eine Ära zu Ende. Nach 39 Jahren an der Spitze als 1. Vorsitzender und FMS Aufsichtsrat hat Konrad Räpple seine Tätigkeit beendet. Fast 4 Jahrzehnte vertrat er die Interessen der Seelbacher Waldbesitzer.


Historie der FBG Lahr –Seelbach

2008:

Aus der  vertrauensvollen Zusammenarbeit der beiden FBG en heraus und den guten Erfolgen einer großen Gemeinschaft wuchs der Wunsch nach einem Zusammenschluss, der im März 2008 mit einer gemeinsamen Mitgliederversammlung vollzogen wurde.

Die neue Vorstandschaft der FBG Lahr-Seelbach:
1. Vorsitzender Karl Beck, 2. Vorsitzender Hubert Schätzle, Schriftführer Dr. Hermann Rodenkirchen, Kassiererin Waltraud Weber, Beisitzer Franz Schmieder, Christoph Schmieder, Franz Eckenfels, Franz Griesbaum, Ewald Christ.
1. Geschäftsführer wurde Hans-Jörg Fries, Kreisforstrevierleiter
2. Geschäftsführer Michael Heid, Stadtforstrevierleiter für den Stadtwald Lahr

2011:

Weitere Veränderungen gab es in den nächsten Jahren: 2011 übergab Karl Beck die Führung der FBG an Hubert Schätzle, Seelbach – Schönberg und wurde Beisitzer, sein Stellvertreter wurde Franz Schmieder aus Reichenbach, bis dahin schon Beisitzer und auch vormals längjähriger 2. Vorsitzender der FBG Lahr. Ortsvorsteher Albert Himmelsbach wurde Nachfolger von Ortsvorsteher Franz Griesbaum.

2015:

Das Kartellverfahren zur Rundholzvermarktung erzwang den Rückzug von Kreisforstrevierleiter Hans-Jörg Fries von seinem Amt als 1. Geschäftsführer. Diese Aufgabe  wird seither vom 2. Geschäftsführer Michael Heid zusätzlich kommissarisch wahrgenommen.

2017:

Die FBG Lahr- Seelbach  hat heute 171 Mitglieder mit einer Fläche von 3323 Hektar, 2016 betrug der Jahresumsatz fast 15000 Festmeter mit 844000 Euro.